Medizinische Sachkenntnis

Immer wieder faszinierend zu beobachten, finde ich mit welchen Eifer sich kranke Menschen mit ihren Krankheiten auseinander setzen, sofern denn noch möglich. Es wird meist ein enormes fachspezifische Wissen bei diesen Bewältigungprozessen angehäuft, die einem helfen sich seiner Krankheit zu stellen, verstehen, zu bekämpfen. Zu wissen was zumTeufel da im Körper los ist, was einen da so krank macht. Es geht manchmal so weit das man durchaus in der Lage ist in einem Gespräch seinem behandelnden Arzt argumentativ die Stirn zu bieten;) Was doch schon ein oder zwei mal vorgekommen ist. Ich gehe mittlerweile sogar noch einen Schritt weiter und diagnostiziere Krankheitsbilder bzw. Symptome an mir selbst und habe mir schon das eine oder andere Medikament selbst verordnet. Was jetzt dramatisch klingen mag gilt natürlich nur für Symptomatiken die mir zu 100% bekannt und vertraut sind. Wenn was neues Auftreten sollte konsultiere ich natürlich meinen Arzt des vertrauens:).
Dass, was mir bestimmt jetzt schon vier  mal das Leben gerettet hat und das meine lieben Leser, ist nicht einfach nur so dahin geplappert, sondern mein absoluter Ernst ist, dass ich auf meine innere Stimme gehört habe und meinem Instinkt vertraut habe. Eine evolutionär so wichtige Mechanik des Körpers und des Unterbewusstseins die jeder für sich sprechen lassen sollte und auf die vor allem jeder hören sollte, denn wer kennt seinen Körper denn schon besser als du selbst?!

Das Harte Jahr nach der Nierentransplantation!

nierenWie der Titel schon eingehend darstellt, ist es ein hartes Jahr nach der Nierentransplantation! Zumindest für die Leute die eine Blutgruppen-Inkompatible Spende erhalten. Ich bereue aber keine Minute, das Vorweg! Im Grunde ist es auch nicht großartig verwunderlich, denn das Immunsystem wird gnadenlos runtergeknüppelt Anfangs! Immun-Absorbtion und Blutplasma-Wäsche sorgen schon dafür. Ist ja auch gut so, die Niere muss sich schliesslich wohl fühlen ;). Durch die weiterführende Behandlung durch die Immunsuppressiva, bleibt auch wenig Spiel um dem Immunsystem eine Chance auf Erholung zu geben.  Zwangsläufig kommt es dann auch zu Infekten. Ich will jetzt nicht behaupten, dass ich wirklich jeden Infekt persönlich Eingeladen habe bei mir zu residieren, aber man konnte sich den Eindruck nicht verwehren, dass es den Anschein machte:) Im Sommer gings noch, aber seit Herbst, das war kein Zuckerschlecken, dass kann ich eidesstattlich Beurkunden. Doch nur durch meine Person macht die Pharmaindustrie überhaupt noch Geld mit Antibiotiker.

Seit zwei Monaten sind die Immunsuppressiva reduziert um 500mg und so langsam merke ich es auch. Ich mache mir wirklich Hoffnung bald mal wieder etwas Sport zu machen. Und den Körper wieder in Form zu stanzen!

Das ich meiner Frau für die neue Chance in meinem Leben unendlich dankbar bin, brauch ich wohl nicht zu erwähnen, aber ich MACH ES trotzdem :). Ohne dich währe ich jetzt nicht da wo ich jetzt bin!

Zuhause!

Nach fast 8 Wochen bin ich nun wieder Zuhause, bei meiner Familie und die Tortur in der Uni hat endlich ein Ende gefunden. Die Isolation, das Ständige hin und her, die permanente Angst irgendwas läuft wieder schief, Ärzte die mitten in der Nacht kommen und deine Niere Schallen oder dir nochmal Blut abnehmen. Das Ständige “Sie müssen morgen erstmal nüchtern bleiben für die und die Untersuchung” (Ich habe in den Wochen ganze 7 Tage nichts gegessen und knapp 13 KG verloren). All das, VORBEI! Jetzt kann ich gesund werden. Nicht falsch verstehen jetzt, die Sachen mit dem Ultraschall und den Blutentnahmen, ich bin ja froh und dankbar das die Ärzte so besorgt waren, keine Frage, es handelt sich schliesslich um eine Lebendspende, aber mich hat es Mental an meine Grenzen gebracht. Die kamen rein, sagten nie konkret worum es geht oder wieso, weshalb warum und haben dich einfach Dir selbst überlassen, bis man dann am anderen morgen bei der Visite erfahren hat worum es ging. Sowas demontiert Mental unglaublich. Ich musste erstmal flennen als ich Zuhause die Tür rein bin. Jetzt wird mich die MNR nur noch als ambulanten Patienten sehen und das ist auch gut so.

Die Erste Nacht Zuhause ist rum ich hab zwar kaum gepennt, weil meine Blase mich noch nicht so lässt wie ich gern würde, aber es fühlt sich trotz allem soooooooooo gut an :) Und vorallem, es gibt wieder richtiges Essen. Nix für ungut, aber der Frass in der Uni, war bis weilen Unterirdisch.

Mein persönliches neues Feindbild!

Ab sofort gehört diese Gattung des evolutionären Schrottes, der in den Jahrmillion von Erdeveolution irgendwie vergessen wurde vom lieben Gott entsorgt zu werden, zu meinen “speziellen Freunden“. Zum zweiten mal in Folge habe ich es nun tatsächlich geschafft, mir hier in diesem “verkackten” Krankenhaus den Norovirus einzufangen. Ist das zu fassen? Ok, diesmal in einer deutlich schwächeren Form als beim Ersten mal, geprägt nur durch Durchfall, aber der hatte es auch in sich, soviel sei Euch mal sicher. Einzelheiten möchte ich mir dem Jugenschutz wegen ersparren. Fakt ist, die Immunsuprimierung scheint zu funktionieren… Man muss halt immer das Gute im Schlechten sehen. Heute dürfte Tag 4 des Infektes sein und mir gehts auch schon spürbar besser. Gestern war alles noch richtig scheisse. Na ja, wenn alles glatt geht muss ich noch ein paar Tage hier aushalten, dann bin ich endlich raus hier aus dem Irrenhaus.

Kann man sich einsam im Krankenhaus fühlen?

Die Frage beschäftigt mich jetzt schon eine ganze Weile und ich muss Sie leider mit einem JA beantworten. So nach fast 7 Wochen in der Klinik, losgelöst von seinem kompletten sozialen Umfeld und vorallem von Familie und Kinder, fällt mir von Tag zu Tag schwerer. Ich bin überglücklich wegen der Asskickin Niere meiner Frau, keine Frage, das kleine Wunderdingen! Ich vermisse aber auch unsagbar mein Zuhause und meine Kids, mein alltägliches Leben einfach. Es wird sich natürlich jetzt alles ändern und ich weine dem alten Leben keine Träne nach, aber ich habe ein unglaubliches Bedürfniss diese Klinik hier zu verlassen. Ich denke wirklich, dass es sich hier um eine Grenzerfahrung handelt und mich zu 120% fordert. Man liegt hier im Bett oder rennt wie ein geist durch die Gänge. Meist liegt man wegen dem blöden Blasenkatheter und flupp, fängste an zu flennen wie ein kleines Kind, ohne Grund nur weil du an irgend ein Ereigniss von Zuhause denkst. Dann kommen aber auch immer so Sachen hoch wie “NIE wieder SCHEISS DIALYSE”, das befreit Mental ungemein aber dennoch ich will nach Hause zu meiner Familie =(

 

Eine sehr interessante Dissertation zum Wegener

Wer sich mit der Thematik mal intensiver auseinandersetzen möchte kann dies gerne in der Dissertation von Dr. Karen Rost machen. Ist einigermaßen verständlich zu lesen und bietet so einige AHA Effekte. Werde ich direkt mal permanent in meine Linksammlung setzen das Ding.

Btw. wusstet Ihr das z.B. Heinrich Hertz am Wegener mit nur 36 Jahre verstroben ist? Wahr mir auch neu, möchte nicht wissen wenn man da noch so findet wenn man tief genug gräbt.(im übertragenen Sinne natürlich)